Achim Knorr kennt man heute vor allem als Kabarettisten. Tatsächlich war er aber in den 80ern Teil der Keimzelle “Bad Salzuflen Weltweit”. Er ist Mitbegründer des legendären Labels und war Der Fremde. Der erste Teil eines Interviews über die Anfänge.
Wann ging es denn für Dich los mit dem Musikmachen?
Ausgangspunkt war das ganze Punk/New Wave-Zeug, wo ich relativ spät eingestiegen bin. Ich hab `79/`80 angefangen, mich für diese Musik zu interessieren. Da hab ich von John Peel gehört, über einen Klassenkameraden. „Mirror in the Bathrooom“ von The Beat. Das hat mich wachgerüttelt. Und ich saß damals im Leistungskurs neben einem, der hat mir Human League vorgespielt, „The Black Hit of Space“. Diese Sounds. Und so bin ich da reingerutscht.
Es ging also erstmal um englischsprachige Musik.
Genau. Ich hatte früher immer diese Träume, Rockstar zu werden. Aber immer automatisch mit englischen Texten. Da war ich aber 14.
Und die Idee, so was dann auf deutsch zu machen…
Die kam dann sofort. Ich hab dann niemals drüber nachgedacht, Englisch zu singen. Das ging auch alles sehr schnell. Irgendjemand erzählte im Gymnasium in Herford, es gibt einen Proberaum und da kann man hin. Da hab ich mich direkt hingesetzt und hab bekloppte Texte zusammengehauen. Und dann stand auch direkt das erste Konzert fest. Weil Michael Girke hatte eine Band, die hieß The Toll. Wir hießen Dicke Bärte – und wir konnten gar nichts, wir hatten nicht mal eigene Instrumente. Michael hat uns gefragt, ob wir Vorband sein wollten.
Wo war das dann?
Das war in einem Laden, der hieß damals „Spunk“. Davor hieß der „Flafla“ in Herford. Das war im Januar `82. Und im Sommer davor haben wir überhaupt erst angefangen zu spielen, wir haben uns aber auch nur zwei oder drei Mal getroffen und geprobt.
Habt ihr dann schon angefangen aufzunehmen?
Das kam später. Ich dachte, so, jetzt bin ich Musiker. Aufgenommen habe ich erst ´85. Ich konnte nicht Gitarre spielen und gar nix. Ich hatte das Mikro in der Hand, zwei saßen am Schlagzeug und einer war an der Gitarre. Mit so ein paar Akkorden von Peter Bursch. Irgendwann hab ich mir eine Gitarre ertauscht, gegen eine Schachtel Zigaretten. Dann konnte ich e-Moll. Und über Michael habe ich dann Bernd und Frank kennengelernt.
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